PM: Fast jeder zehnte Thüringer ist überschuldet

„Überschuldete brauchen starke Beratung“ - Aktionswoche Schuldnerberatung 2017

 

Eisenach, 21. Juni 2017. „Wenn Menschen in finanzielle Not geraten, brauchen sie – unabhängig von der Einkommenssituation – Unterstützung. Denn Überschuldung destabilisiert die Betroffenen in verschiedener Weise, nicht nur durch ungeklärte rechtliche, wirtschaftliche und soziale Fragen, sondern auch in psychischer und gesundheitlicher Hinsicht“, so Wolfgang Schubert, LIGA-Vorsitzender und Vorstandsvorsitzender des DRK Landesverbandes Thüringen anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung. Nicht selten entstehe ein Teufelskreis, den die Betroffenen ohne Begleitung nicht durchbrechen können.

 

Zu hohe Schulden sind kein Einzelfall: 2016 war fast jeder zehnte Thüringer Bürger überschuldet. Das geht aus dem Schuldenatlas der Auskunftei Creditreform hervor. Nur zehn Prozent der überschuldeten Thüringer wurden allerdings in einer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle beraten. Hauptursachen für die Überschuldung der Thüringer sind Arbeitslosigkeit, längerfristiges Niedrigeinkommen, gesundheitliche Probleme, Trennung oder Tod des Partners. Verschuldete Menschen finden derzeit in 27 Thüringer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen kompetente Beratung und Unterstützung.

 

Um die Öffentlichkeit für die Themen privater Überschuldung und Schuldnerberatung zu sensibilisieren, ruft die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände jährlich zu einer bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung auf. Laut Schubert, seien politische Entscheidungsträger mehr denn je aufgefordert, die Rahmenbedingungen für eine fachlich gute Schuldnerberatung zu verbessern.

 

„Ein flächendeckendes, niederschwelliges und offenes Beratungsstellennetz ist notwendig, um den tatsächlichen Bedarf an Beratung zu decken und lange Wartezeiten zu vermeiden“, so Schubert. „Das gilt insbesondere im ländlichen Raum.“ Notwendig sei auch der politische Wille, die finanzielle Kompetenz von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen zu stärken. Das helfe, die Problematik von Ver- und Überschuldung langfristig zu reduzieren. „Zudem muss die Finanzierung der Schuldnerberatung nachhaltig gesichert werden.“ Darüber hinaus arbeitet die soziale Schuldnerberatung in Thüringen mit hohen Qualitätsstandards, die für die Beratungsfachkräfte regelmäßige Fortbildungen, gerechte Löhne und ausreichende Sachkosten voraussetzt.

 

Für Rückfragen zum Thema steht Ihnen Frau Anja Draber, von der LIGA-Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen und Schuldenprävention in Thüringen,  Tel. 0361 / 74438 120  zur Verfügung.

Presse

 
Dirk Bley
 
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Bildung/Öffentlichkeitsarbeit