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28.06.10 16:09

Caritas fordert gerechte Lastenverteilung

 

"Die Schmerzgrenze der Armen ist erreicht!"

Erfurt, 28.06.2010.- „Das kann doch nicht gut gehen“, mahnt Caritaschef Bruno Heller. Schon bei den Sparplänen der Bundesregierung habe die Caritas ein gerechtes Sparpaket eingefordert, denn die soziale Schieflage lag klar auf der Hand. Sollten nun im Freistaat Thüringen von den 457 Millionen Euro Landesetat im Sozialbereich 130 Millionen Euro 2011 eingespart werden müssen, dann bedeute diese radikale Kürzung einen Sozialabbau mit derzeit unberechenbaren Auswirkungen.

Für Heller geht es dabei nicht nur um den Erhalt sozialer Strukturen in Thüringen, sondern es geht inzwischen um den sozialen Frieden. „Wir können doch Menschen, die nicht mehr mitkommen, nicht einfach gesellschaftlich abhängen“, mahnt Heller eindringlich. Die Soziallandschaft in Thüringen ist doch kein Selbstzweck, der Bedarf für die Dienste ist entscheidend. „Warum werden denn die Schlagen an den Tafeln immer länger?“, fragt der Caritaschef. In die Beratungsstellen unserer Schwangerenberatung kommen zur Hälfte Mütter, die Hartz-IV-Leistungen erhalten. Aus der täglichen Erfahrung wissen unsere Beraterinnen, wie eng hier das Budget  und wie leer die Portemonnaies sind. Wir reden viel über Bildungsgerechtigkeit, über die Bekämpfung von Kinderarmut und über bessere Integration. Soziale Arbeit kostet aber auch Geld.

Zudem brauchen wir eine solidarische Gesellschaft, in der wir füreinander einstehen, die Starken die Schwachen tragen. Die Schmerzgrenze der Zumutbarkeit für die Armen ist erreicht!