Fachtag „Sozialwirtschaft international" verschoben!!! * mehr dazu unter Aktuelles ***

PM: Bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung 2018

(Erfurt, 31.05.2018) WEG MIT DEN SCHULDEN - so lautet der Titel der Aktionswoche Schuldnerberatung 2018. Menschen auf ihrem Weg aus den Schulden zu begleiten ist die Herausforderung, der sich die Thüringer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberater in ihrer täglichen Arbeit stellen. Das seit vielen Jahren bestehende hohe Niveau überschuldeter Menschen in Thüringen erfordert eine gut aufgestellte Beratungslandschaft. Im Jahr 2017 lag die Überschuldungsquote bei über 9 Prozent. Das sind in Thüringen mehr als 170.000 unmittelbar betroffene Menschen. Und das sind Menschen wie Melanie Müller, deren Geschichte exemplarisch ist für viele Schicksale:

 

Melanie Müller nimmt seit mehr als einem Jahr Schuldnerberatung in Anspruch. Sie hat Schulden aus ihrer früheren Ehe. Ihr Ex-Mann pflegte ein teures Hobby, für das immer wieder Kredite aufgenommen werden mussten. Die Kreditverträge unterschrieb sie gutgläubig mit. Als er dann den recht gut bezahlten Job verlor, waren die Kreditraten nicht mehr aufzubringen. Die Ehe zerbrach, der Ex-Mann ließ Melanie Müller und die beiden gemeinsamen Kinder zurück und zahlte weder Unterhalt noch Kreditschulden. Die Banken hielten sich wegen der Rückzahlung der Kredite nun allein an Melanie Müller. Für sie war die Rückzahlung nicht leistbar. Sie war mit der Situation, der zerbrochenen Ehe, der Alleinverantwortlichkeit für die Kinder und der Schuldensituation überfordert. Melanie Müller litt zunehmend unter psychischen Problemen, fühlte sich wegen der Schulden als Versagerin. Eine Freundin half ihr, den Weg zur Schuldnerberatung zu suchen. Im Laufe der Beratung verstand Frau Müller, dass ihre Existenz und auch die der Kinder durch die Pfändungsschutzvorschriften gesichert ist. Auf Anregung der Schuldnerberaterin beantragte sie für die Kinder Unterhaltsvorschuss.

 

Melanie Müller wird nach einer weiteren Stabilisierung ihrer Situation in einigen Monaten den Gläubigern eine Zahlung eines Teils der Gesamtschulden gegen Verzicht auf die Restforderung anbieten. Sollte diese außergerichtliche Schuldenbereinigung nicht zustande kommen, wird Melanie Müller mit Unterstützung der Schuldnerberaterin beim Insolvenzgericht die Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens mit Restschuldbefreiung beantragen.

 

Wie viele andere überschuldete Menschen verdient Melanie Müller die Chance auf einen Neustart ohne Schulden. Den Weg aus dem Schuldendickicht finden Betroffene aber oftmals nur mit der professionellen Beratung und Unterstützung, wie sie von der Sozialen Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung geleistet wird.

 

Der Freistaat Thüringen stärkt ab diesem Jahr die Verbraucherinsolvenzberatung. Der aktuelle Landeshaushalt sieht nach gemeinsamen Bemühungen der Fraktion DIE LINKE und den Fraktionen der SPD und von BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN, der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V. und dem für die Verbraucherinsolvenzberatung zuständigen Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz (TMMJV) eine deutliche Verbesserung der Fördersituation der Verbraucherinsolvenzberatungsstellen vor.

Der damit ermöglichte Ausbau der Beratungsangebote kommt letztlich den von Überschuldung betroffenen oder bedrohten Menschen in Thüringen zugute. Ebenso profitieren Gläubiger, denn die Beratung übernimmt viele Verhandlungsprozesse als Mittler zwischen Schuldner und Gläubiger.

 

Schuldnerberatung muss allen betroffenen Menschen zugänglich sein. Es ist gut, wenn Wartezeiten künftig verkürzt werden können und wenn Prävention ausgebaut wird.

PM: Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. lehnt die Etablierung von AnKER-Zentren in Thüringen ab

(Erfurt, 16.05.2018) Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen fordert die Thüringer Landesregierung auf, von der Etablierung von sogenannten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren (AnKER-Zentren) bzw. Einrichtungen mit vergleichbaren Rahmenbedingungen in Thüringen Abstand zu nehmen. Außerdem sollte darauf hingewirkt werden, dass auch in anderen Bundesländern keine vergleichbaren Einrichtungen entstehen. 

 

„Eine bis zu 18 Monate dauernde isolierte Unterbringung von Geflüchteten steht einer humanen rechtsstaatlichen und auf Integration ausgerichteten Flüchtlingspolitik diametral entgegen“, erklärt Oberkirchenrat Christoph Stolte, stellvertretender Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. die ablehnende Haltung der Sozialverbände.

 

Diese „AnKER-Zentren“ bedeuten insbesondere für geflüchtete Familien und deren Kinder sowie unbegleitete minderjährige ausländische Kinder und Jugendliche eine monatelange Abschottung, den Ausschluss von Sprach-, Bildungs- und Regelschulangeboten und insbesondere keinen gesicherten Zugang zu einer Rechtsberatung, die im komplizierten Asylverfahren unerlässlich ist.

 

In den sogenannten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren (AnKER-Zentren) sollen schutzsuchende Menschen ohne eine vermeintlich gute Bleibeperspektive bis zu 18 Monate kaserniert werden, Familien und deren Kinder bis zu sechs Monate. Aktuell dürfen Geflüchtete – mit Ausnahme von Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern – nicht länger als sechs Monate in einer Landeserstaufnahmeeinrichtung festgehalten werden, bevor sie auf die Kommunen verteilt werden.

Fachtag zum Thema Ausschreibungsverfahren in der Kinder- und Jugendhilfe am 05.06. in Erfurt

Symbolbild Ausschreibungen - FotoliaFachtag für die Mitglieder der örtl. Jugendhilfeausschüsse

 

In der Praxis sorgen Ausschreibungsverfahren immer wieder für Diskussionen. Zunächst muss geklärt werden, was öffentlicher Auftrag im Rahmen des Sozialrechts ist. Wie sieht eine entsprechende Abgrenzung aus, nach der sich die Art der Ausschreibung richtet?  Wie sieht die Gestaltung einer Ausschreibung aus?

 

Fragen über Fragen – und das in einer Zeit, in der nicht ausgeschlossen werden kann, dass

  • durch sehr detaillierte Vorgaben in den Förderbedingungen den Leistungserbringern keine Handlungsoptionen mehr gelassen werden, sondern ihre Arbeit wie bei einer vergaberechtlichen Leistungsbeschreibung einseitig von den Vorstellungen des Kostenträgers bestimmt werden.
  • durch die Gestaltung der Leistungserbringung abgewandelt oder modifiziert Formen des Vergaberechts zur Anwendung kommen.

Diese Fachtagung in Erfurt soll daher helfen, Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen. Der Hauptreferent wird Herr Prof. Martin Kupfrian sein.

 

Dieser Fachtag ist vornehmlich an alle Mitglieder und deren Stellvertreter*innen der örtlichen
Jugendhilfeausschüsse in Thüringen gerichtet. Auch möchten wir ausdrücklich die Jugendamtsleitungen sowie Verwaltungsmitarbeiter*innen zum Fachtag einladen.

 

Hier können Sie den Veranstaltungsflyer herunterladen:

 

 

Fachtag am 28. Februar: Schnittstelle Volljährigkeit Übergangsmanagement für junge Menschen im Rahmen des § 41 SGB VIII

 

Fachtag: Schnittstelle Volljährigkeit Übergangsmanagement für junge Menschen im Rahmen des § 41 SGB VIII am 28.02.2018

Tausende von jungen Menschen leben in Thüringen nicht bei ihren Familien, sondern in den stationären Einrichtungen der Erziehungshilfe. Diese deutschen, syrischen, afghanischen, irakischen und sonstigen Jugendlichen werden natürlich auch volljährig und erleben eine neue biografische Phase. Diese Phase ist sehr häufig geprägt von neuen Heraus- und Anforderungen, an denen die jungen Menschen wachsen – aber auch zerbrechen können. Damit dieser Übergang gelingt, ist ein professionelles Management inklusive Kooperation insbesondere von Erziehungshilfe, Schule, Jugendberufshilfe und sonstigen Institutionen und Professionen notwendig.

Die Träger der freien und öffentlichen Jugendhilfe tragen hier eine ganz besondere Verantwortung.

Wir – dass sind die Träger der freien und öffentlichen Jugendhilfe, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Einrichtungen die jungen Menschen dabei unterstützen, in Deutschland ihre persönliche, schulische und berufliche Biografie positiv zu entwickeln.

Die überwiegende Mehrheit der jungen Menschen hat sich in den vergangenen Jahren in den Erzie-hungshilfen erfolgreich entwickelt. Damit dieser Weg nicht mit der Volljährigkeit abrupt endet und die jungen Erwachsenen in bedrohliche Parallelge-sellschaften abdriften, hat der Gesetzgeber den § 41 SGB VIII geschaffen, der den Rechtsanspruch (auch) auf erzieherische Hilfen nach dem 18. Geburtstag festschreibt.

Die Umsetzung dieses Rechtsanspruches wird in den Thüringer Landkreisen und kreisfreien Städten sehr unterschiedlich praktiziert.

Nicht selten werden Anträge, trotz Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen, abgelehnt oder nur unzureichende Hilfen gewährt.

Ein professionelles Übergangsmanagement für junge Erwachsene ist nicht nur eine Frage der Haltung, sondern auch der individuellen Hilfeplanung.

Mit diesem Fachtag wollen wir die rechtlichen, konzeptionellen, fachlich-inhaltlichen und strukturellen Rahmenbedingungen beschreiben, diskutie-ren und erläutern, die für eine gelingende und nachhaltige Integration dieser, uns anvertrauten jungen Menschen notwendig sind.

Dazu haben wir Expertinnen und Experten, Praktikerinnen und Praktiker engagiert, die mit Ihnen gemeinsam sich dieser komplexen Thematik im Diskurs annähern.

 

LIGA-Kontakt

Arnstädter Straße 50
(Eingang Humboldt-Straße)
99096 Erfurt
Thüringen


Tel:      (0361) 511499-0
Fax:     (0361) 511499-19


Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.liga-thueringen.de