Endbericht zur Evaluation des Bildungspaketes - Es kommt nicht an! Kritische Stimmen zum Teilhabepaket - mehr dazu unter Aktuelles ***

Endbericht zur Evaluation des Bildungspaketes - Es kommt nicht an!

"Es kommt nicht an, es erreicht die Kinder nicht, und selbst wenn es sie erreicht, dann sind die Effekte so gering, dass man wirklich nur von einem Flop reden kann",

sagt Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, gegenüber Deutschlandfunk (http://www.deutschlandfunk.de/bildungs-und-teilhabepaket-keine-chance-auf-gerechtigkeit.724.de.html?dram:article_id=359230).


Ende Juni veröffentlichte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Endbericht zum Bildungs- und Teilhabepaket. Im Rahmen der Evaluation wurde untersucht, wie das Bildungspaket vor Ort in der kommunalen Praxis umgesetzt wird, welche Zusammenhänge und Faktoren die Inanspruchnahme der Leistungen für Bildung und Teilhabe beeinflussen und ob und wie die Leistungen bei den Leistungsberechtigten ankommen.


Auf Druck des Bundesverfassungsgerichts, welches die speziellen Bedürfnisse von Kindern bei den Hartz-IV-Regelsätzen nicht genügend berücksichtigt sah, trat 2011 das Bildungspaket in Kraft. Die Bilanz nach fünf Jahren fällt nun enttäuschend aus. Abgesehen von Zuschüssen für Schulessen und Klassenfahrten ist die Nachfrage gering. Als Gründe nennt der Auswertungsbericht: fehlende Kenntnisse, an welche Stelle man sich wenden muss, zu wenig Angebote, und das umständliche Antragsverfahren. Insbesondere der bürokratische Aufwand ist enorm. Unterschriften müssen eingeholt, Belege eingereicht und überprüft werden. Das bedeutet jede Menge Arbeit - nicht nur für die Verwaltung, sondern auch für Schulen, Vereine und vor allem für die Eltern.


Mit 720 Millionen Euro pro Jahr hatte der Bund das Paket ausgestattet und eine Verdopplung der Gelder in Aussicht gestellt. Aber die Nachfrage ist gering. 2014 wurden nur 530 Millionen Euro ausgegeben, davon allein 136 Millionen für Verwaltungskosten. Der Schlussbericht des Ministeriums kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass mehr als ein Viertel der Anspruchsberechtigten überhaupt keine der angebotenen Leistungen nutzt.

 

Weitere Informationen:

BMAS: „Endbericht zur Evaluation des Bildungspaketes liegt vor“ http://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2016/endbericht-zur-evaluation-des-bildungspaketes.html;jsessionid=27D855B48E7720AC0FCF88209D3F0CD7


AWO Bundesverband: „Bildungspaket – hohe Hürden schließen zu viele aus“ http://www.awo.org/aktuelles-und-presse/presse/einzelansicht/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1088&cHash=1754e8421f23696a3829648a208f7bdd

Fachtag Jugendhilfe 3.0 - Qualifizierung der Mitglieder der örtlichen Jugendhilfeausschüsse in Thüringen am 15.06.2016

Seit 2013 bietet die LIGA-Thüringen gemeinsam mit dem Landesjugendring Thüringen allen Mitgliedern der örtlichen Jugendhilfeausschüsse in Thüringen eine Plattform zum Austausch aber auch fachliche Unterstützung für die Bewältigung der Herausforderungen in der Arbeit in den Jugendhilfeausschüssen. Dabei geht es stets um ein aktiv zu gestaltendes Gemeinwesen vor Ort, dem Analysieren von demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten und dem Erkennen von Potentialen zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe.

 

Am 15.06.2015 wurde im Rahmen des Fachtags Jugendhilfe 3.0, in der Fachhochschule Erfurt, der Schwerpunkt auf den Konflikt zwischen Bundes-, Länder und Kommunalrecht gelegt.

 

Mitglieder der Jugendhilfeausschüsse unterliegen häufig Zwängen und Abhängigkeiten, welche die Umsetzung des Auftrags des SGB VIII erschweren oder sogar blockieren können. Konkret ist die Arbeit im Jugendhilfeausschuss in den über 600 Jugendämtern in Deutschland sehr unterschiedlich organisiert. Zwar gibt das SGB VIII bundeseinheitliche Rahmennormen vor, doch das „Nähere“ (§ 71 Abs. 3) wird durch Landesrecht geregelt. Landesspezifische Konkretisierungen finden sich auch in den Landkreisordnungen und Gemeindeordnungen. In aller Regel finden diese Vorgaben dann weitere Präzisierungen in den „Jugendamtssatzungen“ der Kommunen. Und dann gibt es noch manche Gepflogenheiten und Praktiken, die oft für konkrete Abläufe von großer Bedeutung sind, die sich aber nirgendwo schriftlich niedergelegt finden, sondern die einfach überkommene Praxis sind.

 

Gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, dem "Vater" des SGB VIII, wurde im Rahmen des Fachtags dieses Spannungsfeld diskutiert.

 

 

Darüber hinaus hat Herr Wiesner den Teilnehmenden sehr anschaulich und unterhaltsam das besondere Amt – das Jugendamt vorgestellt und die Idee des JHA, als „Störelement“ im politisch administrativen Gefüge der Kommunalverwaltung, verdeutlicht.

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PM: Neue Kreis-LIGA bündelt Kräfte der Freien Wohlfahrtspflege

„Wir wollen der sozialpolitische Motor im Kreis sein"

Neuhaus a. Rw./Sonneberg.  Sozialpolitische Anliegen sollen im Landkreis Sonneberg in der politischen Debatte ein größeres Gewicht bekommen. Die neugegründete LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Kreis will dazu die Interessen der Sozialverbände bündeln und gemeinsam in die öffentliche Debatte einbringen. „Wir wollen der sozialpolitische Motor im Kreis sein“, so die Vorsitzende der LIGA, Katrin Welke, Geschäftsführerin der Rennsteig-Werkstätten in Neuhaus.  Ein zentrales Anliegen ist der Handlungsvorrang der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis.

In der neuen Kreis-LIGA haben sich die Arbeiterwohlfahrt (Awo), der PARITÄTISCHE, das Deutsche Rote Kreuz und das Diakonische Werk zusammengeschlossen. Gemeinsames Ziel ist es, die Rolle der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis zu stärken.

 

 

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PM: Aktionswoche Schuldnerberatung 2016: Krankheit führt oft in die Überschuldung

Krankheit führt oft in die Überschuldung. Gesundheitliche Probleme wie Krankheit, Sucht oder Unfallfolgen sind für jeden siebten Klienten (13,5 Prozent) einer Schuldnerberatungsstelle der hauptsächliche Auslöser für die finanziellen Probleme.  Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor, an der auch die Thüringer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen teilgenommen haben. Noch höher liegt der Anteil der Betroffenen unter den arbeitslosen Menschen. Bei 16,6 Prozent der Arbeitslosen sind gesundheitliche Probleme der Auslöser für Überschuldung, so Anja Draber von der LIGA Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen und Schuldenprävention in Thüringen.

 

Auf die weitreichenden Folgen von Überschuldung macht auch die Aktionswoche Schuldnerberatung aufmerksam, die noch bis zum 10. Juni läuft. Sie steht unter dem Motto „Schulden machen krank – Krankheit macht Schulden.“

 

Überschuldete Personen haben gegenüber nicht Überschuldeten ein zwei- bis dreifach höheres Risiko krank zu werden. Als Reaktion auf die finanzielle Krise kommt es zu psychischen, physischen und psychosomatischen Leiden. Die finanzielle Notlage beeinflusst auch das individuelle Gesundheitshalten negativ, beispielsweise wenn es um gesunde Ernährung oder ausreichende Bewegung geht. Und: Überschuldete haben geringere Chancen, sich mit angemessenen Gesundheitsleistungen versorgen zu können. Die Beratungsstellen berichten immer wieder von Fällen, bei denen überschuldete Menschen ihre ärztlichen Rezepte nicht einlösen, weil sie die Zuzahlungen für Medikamente nicht aufbringen können. Außerdem sind sie oft nur schlecht über kostenlose Gesundheitsleistungen und Vorsorgeuntersuchungen informiert und nehmen diese nur selten in Anspruch.

 

Rückfragen an:

 

Anja Draber

Familienorientierte Überschuldungsprävention der LIGA Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung und Schuldenprävention.

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