Kita Fachberatung auf dem Prüfstand: LIGA-Fachforum zur Qualität durch Fachberatung am 05.12. - mehr dazu unter Aktuelles ***

„Der Mensch steht im Mittelpunkt“: Positive Zwischenbilanz für neues Strukturmodell in der Pflege

Andrea Bork, Pflegedienstleiterin im DRK Seniorenpark Sondershausen, gesteht offen: „Zu Anfang waren wir skeptisch. Wir haben gedacht, das ist wieder eine von den vielen Änderungen, die so oft auf uns zukommen.“  Aber heute stehen sie und ihre Kolleginnen voll hinter dem neuen Strukturmodell zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Die positiven Effekte dieses Modells sind für Andrea Bork und Heimleiterin Yvonne Töpfer täglich greifbar: Zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei der Dokumentation entlastet werden, mehr Kommunikation untereinander. Und auch zufriedenere Bewohner, auf die die wachsende Zufriedenheit der Pflegekräfte ausstrahlt. In einer Talkrunde bei der LIGA-Fachtagung „Das Strukturmodell“ waren sich Yvonne Töpfer und Andrea Bork einig: „Das Modell können wir nur jedem empfehlen.“ Zustimmend nickte da auch Jeannine Schumann vom Verein „Betreuung zu Hause e.V.“, einem Anbieter ambulanter und teilstationärer Pflegeleistungen.

 

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PM: Vorrang für freie Träger in der Kita-Fachberatung

Erfurt, 30. November 2016. Eine profunde Fachberatung ist eine der entscheidenden Säulen für die Sicherung der pädagogischen Qualität in den Thüringer Kindertageseinrichtungen. Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat jetzt den Vorrang der freien Träger bei dieser wichtigen Arbeit unterstrichen. Vorausgegangen waren zwei Klagen der Caritas im Eichsfeld und der AWo im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Die Klagen richteten sich gegen die Praxis in verschiedenen Landkreisen die die freien Träger in dieser Arbeit zu beschneiden versuchten. Beide freien Träger haben nun in allerdings auch in der zweiten Instanz vor dem Thüringer Oberverwaltungsgericht Recht bekommen. Die unabhängige Fachberatung von freien Trägern in Thüringen ist damit auch rechtlich voll bestätigt (AZ 3 KO 744/14 und 3 KO 379/15)

Die gesetzlich verankerte Pauschale von 30 Euro je Kind zwischen einem und sechseinhalb Jahren für die Fachberatungsleistungen pro Jahr müssen ungeschmälert an die freien Träger weitergeleitet werden. Es handelt sich dabei nicht um eine Ermessensentscheidung durch den örtlichen Träger der Jugendhilfe, haben die Richter eindeutig klargestellt. Eine Kürzung der Pauschale ist vom Gesetz her nicht vorgesehen. Eine Übertragung der Mittel auf freie Träger kann auch nicht durch den Beschluss eines Jugendhilfeausschusses entfallen.

 

 

„Die Richter haben damit das Subsidiaritätsprinzip eindrucksvoll unterstrichen“, so der Vorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, Reinhard Müller. Im Subsidiaritätsprinzip gibt es den Vorranggrundsatz für freie Träger. Dieses gilt nicht nur für Dienste der Jugendhilfe, sondern auch für die Fachberatung der Kindertageseinrichtungen. Konkret heißt das, dass der öffentliche Träger von der Einrichtung eigener Beratungsdienste abzusehen hat, wenn entsprechende Angebote freier Träger existieren. Freie Träger müssen in die Planungen von Anfang an einbezogen werden. Der Träger der öffentlichen Jugendhilfe ist nicht berechtigt, ohne Weiteres die Aufgabe der Fachberatung aller Kitas an sich zu ziehen, wenn für die Beratung der Kitas in freier Trägerschaft ein geeigneter Fachberatungsdienst des Einrichtungsträgers zur Verfügung steht.

„Dieses Urteil ist ein Gewinn vor allem für die nachhaltige, werteorientierte Arbeit in den Kitas und damit ein Gewinn für alle Eltern und Kinder in Thüringen“, resümiert Müller. „Wir sind froher Hoffnung, dass das Bildungsministerium mit der anstehenden Novelle des Kita-Gesetzes die Urteil e in ihren Konsequenzen beachten wird“, so Müller. Die Urteile seien auch ein gutes Beispiel dafür, dass es sich aus Sicht der freien Träger lohnt, um das Recht zu streiten, auch wenn der Verfahrensweg oft Jahre in Anspruch nehme.

Die Kita-Fachberatung wird von den freien Trägern unabhängig und entsprechend den jeweiligen Konzeptionen durchgeführt. Garantiert wird so auch eine Trennung zwischen Dienst- und Fachaufsicht in den zu beratenden Einrichtungen. Ein einheitliches, vom Träger der öffentlichen Jugendhilfe gesteuertes Fachberatungssystem, stünde dazu in eklatantem Widerspruch. Die freien Träger erwarten nach diesen Urteilen, dass von den Kommunalparlamenten auch die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Die Fachberatung ist eine der wichtigsten Säulen für die Qualität der Arbeit in den Kitas. Aber es gibt seitens der LIGA noch weitere Forderungen, um die qualitative Arbeit in den Einrichtungen zu sichern. Die LIGA fordert auch einen besseren Personalschlüssel für Kinder zwischen drei Jahren und dem Schuleintritt. Die Empfehlung: Ein Personalschlüssel von 1:5 (bis 8) für Kinder von drei und vier Jahren, ein Personalschlüssel von 1:6 (bis 8) für Kinder von vier Jahren bis zum Schuleintritt – der aktuelle Personalschlüssel in Thüringen liegt derzeit bei 1:16
Die LIGA sieht in Investitionen in diesen Bereichen die finanziellen Mittel für Kitas im Freistaat besser aufgehoben als in dem von der Landesregierung geplanten beitragsfreien Kita-Jahr.

LIGA-Fachforum: „Qualität durch Fachberatung für Kindertageseinrichtungen“

05. Dezember 2016, 13:30 bis 16:00 Uhr

im Kulturforum Dacheröden, Anger 37, 99084 Erfurt

 

Fachberatung ist aus Sicht der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. die Beratung von Fachkräften und Trägern bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben durch qualifizierte Praxisberatung. Sie soll dazu beitragen, die Qualität der Einrichtungen und der Träger weiterzuentwickeln und die beruflichen Fähigkeiten der pädagogischen Fachkräfte wirksam einzusetzen.

 

In Thüringen gibt es seit 2010 eine landesgesetzliche Reglungen und Finanzierungsgrundlage zur Umsetzung der Fachberatung für Kindertageseinrichtungen. Diese gesetzliche Grundlage wurde und wird jedoch in den kommunalen Gebietskörperschaften sehr unterschiedlich umgesetzt und der Vorrang der freien Träger ist nicht immer gegeben.

 

Nach Klageverfahren von zwei Trägern in unterschiedlichen Landkreisen wurden im August dieses Jahres die abschließenden Urteilsbegründungen des Thüringer Oberverwaltungsgerichtes vorgelegt. In diesem wird das Subsidiaritätsprinzip bei der Umsetzung der Fachberatung ausdrücklich unterstrichen. 

 

Diesen Ansatz aufnehmend, möchten wir Sie recht herzlich zum LIGA-Fachforum „Qualität durch Fachberatung für Kindertageseinrichtungen“, am 05.12.2016, im Kulturforum Dacheröden Erfurt einladen.

 

In diesem Rahmen sollen zunächst die wichtigsten Inhalte der Urteilsbegründungen des Thüringer Oberverwaltungsgerichtes vorgestellt und die qualitativen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen der Fachberatung aus Sicht der LIGA Thüringen benannt werden.

 

Gemeinsam mit Ihnen möchten wir vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die anstehende Neufassung des Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetzes regionale Strategien diskutieren, wie freie Träger ihr Recht auf die Umsetzung des Subsidiaritätsprinzips Ausdruck verleihen können. Unterstützen wird uns hierbei Rechtsanwalt Martin Kupfrian, der das Klageverfahren in Saalfeld-Rudolstadt begleitet hat.

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und bitten zur besseren Planung der Veranstaltung um eine kurze Rückmeldung bis zum 25.11.2016 an die LIGA Geschäftsstelle. Die Teilnahme an dem Forum ist für Sie kostenlos. Bei Interesse melden Sie sich gern unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

 

Fachtagung: JUGENDHILFE 3.0 - Die Jugendhilfeplanung in den Zeiten der Gebietsreform

am 15. November 2016, Ort: Kulturforum Haus Dacheröden, Anger 37, 99084 Erfurt

 

Bitte beachten Sie, dass der Fachtag nicht im Thüringer Landtag, sondern im Kulturforum Haus Dacheröden stattfinden wird.

 

Am 15. November 2016 werden wir mit Ihnen, den Mitgliedern der örtlichen Jugendhilfeausschüsse, erstmals die politisch angekündigte Verwaltungs-, Funktional- und Gebietsreform in Thüringen
thematisieren.

 

Aufgrund der besonderen rechtlichen Verfasstheit der Jugendhilfe kommen mit den geplanten Reformen umfangreiche Aufgaben auf die ehrenamtlichen Jugendhilfeausschussmitglieder zu. Insbesondere muss die gesetzliche vorgeschriebene Jugendhilfeplanung in den sich neu bildenden Landkreisen neu gedacht und entwickelt werden. Ein Diskussionsschwerpunkt wird demnach sein, wie örtliche Jugendhilfeplanung den Prozess der Gebiets-, Verwaltungs- und Funktionalreform aktiv mitgestalten kann.

 

Hintergrund der Veranstaltung

 

Gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport bietet die LIGA-Thüringen gemeinsam mit dem Landesjugendring Thüringen allen Mitgliedern der örtlichen Jugendhilfeausschüsse in Thüringen seit 2013 eine Plattform zum Austausch, aber auch fachliche Unterstützung für die Bewältigung der Herausforderungen in der Arbeit in den Jugendhilfeausschüssen. Dabei geht es stets um ein aktiv zu gestaltendes Gemeinwesen vor Ort, das Analysieren von demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten und das Erkennen von Potentialen zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe.

 

LIGA-Kontakt

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(Eingang Humboldt-Straße)
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Thüringen


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